Ein bunter Strauß Inspiration

Jeder braucht Inspiration. Ohne Inspiration keine Ideen. Ohne Ideen keine Innovationen. Gerade Marktforscher brauchen Inspiration, weil wir ständig neue Insights und Methoden aus dem Ärmel schütteln sollen. Ich finde es spannend, wenn andere Menschen mir erzählen, welche Dinge sie gerade inspirieren. Weil ich Fan des Open Source-Prinzips bin, lege ich heute meinen „Inspirations-Quellcode“ offen und habe hier eine Auswahl an Menschen und Projekten zusammengestellt, die mich in der letzten Zeit inspirieren.
Let´s go.

Die interessantesten Städte der Welt sind nicht immer Berlin oder New York, sondern oft Städte und Wirkstätten an der Peripherie. Im März 2012 zog es die Avantgarde der Daten- und Medienkünstler nach Belgrad zum Resonate New Media Festival. Resonate ist jenseits eines hoffentlich nun jährlich stattfindenden Festivals eine transdisziplinäre Web-Plattform für Kunst, Technologie und Wissensaustausch, die man wohl ohne Zweifel als cutting-edge bezeichnen darf. Dieses Jahr standen auf der Gästeliste u.a. Nicolas Felton, Blixa Bargeld, das Guardian Interactive Team oder der unglaubliche Jer Thorpe (ich mag den TED-Hype nicht, aber Thorpe hat einen wirklich tollen Vortrag zum Thema Daten und Menschlichkeit hier präsentiert). Wer jetzt schon mal einigen der Links gefolgt ist, dem dürfte schwanen, dass mich im Moment das Thema Daten und Visualisierung fesselt.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/blprnt/3290971569/
Mit Processing erstellte Visualisierung von Worthäufigkeiten der Wörter ‘Sozialismus‘ (orange) und ‚Kapitalismus‘ (grün) in der New York Times seit 1981.

Und wer jetzt bereit ist für einen echten Grenzübertritt, der lese weiter. Ein Bereich, der mich schon seit geraumer Zeit wahnsinnig inspiriert ist Generative Gestaltung. Generative Gestaltung benutzt an Natur oder Mathematik angelehnte Algorithmen zur Erstellung von architektonischen Formen, Designs, Sound bis hin zu Infografiken. Der Mensch programmiert, die Maschine gestaltet generativ. Die Maschine als Kreativer. Möglich ist das durch Software wie Processing oder vvvv – übrigens beides Open Source-Projekte. Generative Gestaltung bewegt sich irgendwo an der Schnittstelle zwischen Kunst, Design, Datenvisualisierung und experimenteller Architektur. In Kombination mit einer Kinect lassen sich mit Generativer Gestaltung beispielsweise 3D-Sound-Video-Skulpturen schaffen, die ziemlich beeindruckend sind.

In Sachen Design lasse ich mich gerne von der puristischen Arbeit der Information Architects (iA) inspirieren. Sie haben mit iA Writer zudem eine der besten Apps konzipiert, um das iPad ohne Schnickschnack als Notizbuch oder für das Schreiben von Blogbeiträgen unterwegs zu nutzen. Um die Welt der Apps kommt niemand mehr rum, aber mir ist es oft zu langweilig, im Appstore zu stöbern. Mich interessiert mehr, wie weit man mit Apps heute gehen kann jenseits von Anwendungen wie Tankstellensuche oder Fahrplanauskunft. Deswegen besuche ich gerne Creative Applications, eine Plattform wo sich experimentelle und kreative Projekte finden, was mit Apps heute möglich ist.

Um einen letzten Schwenk zurück zu Design und Zeitgeist zu machen: Avantgarde Diaries, ein von Mercedes Benz kuratiertes Online-Interviewmagazin. Auf der Website gibt es regelmäßig Artikel, Interviews oder Videos von und mit hochkarätigen Künstlern, Musikern, Architekten oder Designern.

So. Genug Inspirationsfutter für heute. Und jetzt freue ich mich über weitere Inspirationen in den Kommentaren.
Autor: René Kaufmann

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