Mut-Forscher gesucht!

Meiner Erfahrung nach ist Markt- und Sozialforschung vor allem Eines: „people business“. Keine Frage, Methoden sind wichtig, Innovationen unverzichtbar und natürlich ist so etwas wie Skalierbarkeit von Produkten oder Methoden hochattraktiv für den Unternehmenserfolg. Aber was zählt, was wirklich zählt, sind Menschen.

Ich werde häufig gefragt „Was unterscheidet sie bei Q | denn von ihren Konkurrenten?“ Eine berechtigte Frage, auf die ich eine ebenso kurze wie einfache Antwort parat habe: WIR! Logisch, oder? Forschungsinstitute gibt es viele, auch gute qualitative Institute und auch innovative Social-Media-Institute. Sogar unser Leistungsangebot findet sich sicher bei dem einen oder anderen Konkurrenten. Was uns aber einzigartig macht, sind die Menschen bei Q |. Leistungsangebote sind austauschbar, Persönlichkeiten nicht!

Doch was zeichnet Persönlichkeiten aus? Fleiß, Schnelligkeit, Sorgfalt – Intelligenz? Ja, auch.

Es reicht aber sicherlich nicht aus, wenn Dienstleister oder Mitarbeiter noch flinker und noch gründlicher die Anweisungen ihrer Auftraggeber oder Chefs umsetzen. Um im heutigen Kreativitätswettbewerb bestehen zu können brauchen Unternehmen Menschen,

die sich engagieren und Projekte vorantreiben,

die kreativ sind und immer bereit auf alte Fragen neue, intelligente Antworten zu finden und

die nicht nur ihre Hände und ihr Hirn mit zur Arbeit bringen sondern auch IHR Herz.

Persönlichkeiten sind leidenschaftliche Menschen, die sich anzünden lassen von einer Idee, die dafür brennen und ihr Herzblut geben. Deshalb findet sich unser Motto „I love Mafo“ auch auf Postkarten, Buttons und Tassen.

Vor einigen Wochen habe ich im Rahmen der VIA Impulse-Reihe an der Hochschule Pforzheim einen Vortrag vor Erstsemestern gehalten. Der Titel lautete „Die Marke: Ich – Eine Anleitung zum Besonders Sein“. Ich wollte die Studierenden mit meinem Impulsvortrag dazu ermuntern, alles zu sein außer gewöhnlich. Warum?

…Weil nichts langweiliger ist als Gleichmacherei. Wenn 2 Menschen immer derselben Meinung sind, ist einer davon überflüssig.

…Weil es das Leben bunter und aufregender macht.

…Weil diese Gesellschaft kritische Köpfe braucht, die sich reinhängen und Dinge vorantreiben wollen.

….Weil konstruktiver Widerspruch bereichernd ist und uns immer besser macht.

….Weil Unternehmen – zumindest wenn sie die Zeichen erkannt haben – keine Ja-Sager brauchen sondern smarte Denker und Persönlichkeiten.

Zugegeben: ganz uneigennützig war meine „Mut-Rede“ nicht. Als Dozentin für „Qualitative und psychologische Marktforschung“ an der Hochschule Pforzheim und Unternehmerin habe ich aus verschiedenen Gründen ein großes Interesse am Nachwuchs.
Bei so mancher Bewerbung, die bei uns eintrudelt, kann man nur den Kopf schütteln: lieblos, langweilig, nichtssagend. Egal ob Praktikanten oder feste Mitarbeiter, Bewerber müssen sich verkaufen. Sie müssen auffallen, hängen bleiben, vor allem wenn es Wettbewerber gibt. Wir wollen spüren, dass da jemand unbedingt mit und bei uns arbeiten will. Wird klar, was ich meine?

Nun, ich habe hier ein spektakuläres Beispiel gefunden: Florian Holstein. Er ist User Experience Designer. Und, wie man anhand der Slideshare Präsentation unschwer erkennen kann, er wollte einen Job, einen ganz bestimmten Job. Und: Er wollte diesen einen Job unbedingt. Er wollte seinen Traumjob bei Adidas. Und das wiederum kann man sehen, fühlen und erleben. In jedem Satz, in jedem Bild und auf jedem Slide:

http://www.slideshare.net/unttld/florian-is-all-in-sr-ux-manager-interview-presentation-20120130

Natürlich ist das ein sehr besonderes Beispiel. Florian Holstein hat sich sehr viel Mühe gemacht und einen riesigen Aufwand betrieben. Er hat seine ganz persönliche Visitenkarte abgegeben, etwas Unverwechselbares hinterlassen. Und, er ist natürlich ein gewisses Risiko eingegangen, denn bei Puma oder Nike hätte er sich danach wohl nicht mehr bewerben können. Letztendlich zählt aber doch das Ergebnis und die Frage: Hat es sich für ihn gelohnt? Sieht ganz danach aus:

http://blog.adidas-group.com/2012/05/how-to-land-a-dream-job-in-the-digital-era/

Als Designer war es für Florian Holstein vermutlich leichter eine eigene Website zu gestalten. Ja –aber darum geht es mir nicht. Es geht mir um Florians Einstellung, um seine Haltung. Diese Haltung wünsche ich mir auch bei (Nachwuchs)Forschern. Das ist beim ersten Job genauso wichtig wie später bei einer Präsentation vor Auftraggebern.

Kluges Selbstmarketing tut unserer Branche gut. Wir wollen uns Gehör verschaffen und das geht nicht nur über Methodenkompetenz, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit.

Ich kann deshalb Prof. Christa Wehner nur zustimmen, die bereits 2008 in einem Interview bei Marktforschung.de gesagt hat: „Exzellente Marktforscher sind Menschen, bei denen sich herausragende Fachkompetenz mit charismatischer Persönlichkeit verbindet – ob mit oder ohne Promotion.“

Die Management-Autoren Anja Förster und Peter Kreuz fordern in ihrem Bestseller Nur Tote bleiben liegen: Entfesseln Sie das lebendige Potenzial in Ihrem Unternehmen: ‘Fördere Rebellen und Querdenker! Lege den Mainstream trocken.‘ Ich sage: Gern! Her mit den leidenschaftlichen Rebellen und kritischen Querdenkern. Die Zukunft des Unternehmenserfolges wird laut Förster und Kreuz vor allem im Bereich HR entschieden: Gelingt es Unternehmen Talente an sich zu binden und diese zu kreativen Höchstleistungen zu motivieren fernab klassischer Management- und Führungsinstru-mente? Sind Unternehmen und Organisationen bereit für eine Generation, die mit den sozialen Medien aufgewachsen und für die Open Data oder Sharing eine Haltung und kein PR-Gag ist? Wir bei Q | nehmen diese Herausforderung gern an. Testen Sie uns, liebe Mut-Forscher und Nachwuchstalente. Wir freuen uns auf Sie!

Autorin: Kerstin Klär

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