Und jährlich grüßt das Murmeltier. Und das ist gut so.

So eine Messe bedeutet immer: Streß!

Streß, weil man an unendlich viele Sachen denken muss, um nichts zu vergessen. Denn das wäre irgendwie peinlich oder blöd. Messestand ist aufgebaut: Uuups die Messegeschenke vergessen. Dumm gelaufen. Ist natürlich noch nie passiert, aber dennoch schwirrt mir zumindest so etwas im Kopf herum.

Streß, weil man den Kolleginnen und Kollegen schließlich auch etwas bieten möchte. Kreativ-Streß sozusagen.

Streß für die Füße und Beine ist auch dabei, denn man steht am Messestand. Und steht. Ach so, man steht auch noch und manchmal geht man noch andere Kollegen besuchen. Aus Freundschaft, aus Interesse oder einfach, weil man mal ein Auge auf die Konkurrenz werfen will.

Streß, weil gegen Ende des Jahres immer eine Menge los ist und wir jede Stunde brauchen könnten, um Angebote zu schreiben, Projekte abzuarbeiten, die Endjahresplanung voranzutreiben, etc.

Im letzten Jahr hatte ich persönlich noch zusätzlich Streß, da einige Kollegen unsere zukünftigen Kollegen irgendwie seltsam behandelt haben. Dazu hat unser Ex-Praktikant und Mafo-Student Jens Boscheinen einen ziemlich guten Artikel geschrieben.

Tja, jetzt könnte man die Frage stellen, wenn das Alles so ein Streß ist, warum tut man sich denn das an?

Ganz einfach, weil es riesigen Spaß macht! Das Research & Results Team bietet uns, also allen Marktforschern eine nahezu perfekte Bühne, um sich zu präsentieren – als Institut oder Agentur, wie in unserem Fall – aber auch der ganzen Branche mit ihrer Vielfalt, mit ihrer Experimentierfreude, mit ihrem Engagement und mit den zumindest immer wieder auftauchenden neuen und guten Ideen in dem einen oder anderen inspirierenden Workshop.

Mir macht es übrigens auch Spaß, wenn Studenten an unseren Stand kommen. Ein Ignorieren wie es Jens beschreibt gibt es bei uns nicht, denn schließlich können wir doch froh sein, wenn sich Studenten und somit potentielle Kollegen für unsere Stände interessieren.

Wir brauchen so eine Bühne und andere Bühnen, um uns einer großen Öffentlichkeit zu zeigen. Wie Hans Reitmeier in einem Interview vor ein paar Tagen so trefflich bemerkte: „Die Branche hat jeden Anlass zu Selbstbewusstsein“ und warum sollten wir das nicht mit breiter Brust auf einer Messe zu Schau stellen?!

Sicherlich ist diese Messe keine Ordermesse. Es kommt nicht der Chefeinkäufer XY vorbei und trägt in das Orderbuch ein: 7.000 Stück Mafo. Zumindest bei uns nicht. Aber bei 148 Ausstellern und erwarteten 3.000 Zuschauern hat man einen großen Querschnitt des gesamten Ecosystems Marktforschung. Das wiederum bedeutet für mich: Eine Vielzahl an Gesprächsmöglichkeiten, neue Kontakte zu potentiellen Kunden, potentiellen Dienstleistern, potentiellen neuen Kollegen, interessanten Menschen oder einfach nur netten Mafo-Kollegen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Sicherlich gibt es Themen, Workshops und Stände bei denen ich den Kopf schüttle und denke, „was soll das jetzt?“, aber so geht es anderen Besuchern mit uns und unserem Stand vielleicht auch.

Ich habe nun einige Messen hinter mir und es fällt auf, dass die Messe sich stetig weiterentwickelt. Ich finde, man kann durchaus eine Professionalisierung der Branche erkennen. Klar, die Stände sind nicht so groß, die Show ist nicht so bombastisch wie auf der dmexco, aber das muss auch nicht sein.

Deswegen steigt zwar der Streßpegel, aber in gleichem Maße die Vorfreude auf Mittwoch und Donnerstag. Die Autos sind geladen, das Hotel ist gebucht, die Checkliste wird nochmal durchgesehen und dann geht’s mit voller Energie und Mafo-Leidenschaft auf „unsere“ Messe.

Apropos Leidenschaft: Dieses Jahr gibt es noch etwas zu entdecken: Mafolution. Einfach mal anschauen und mitmachen. Denn wir sind diejenigen, die unsere Branche voranbringen können. Jeder einzelne von uns.

Autor: Oliver Tabino

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