Die #GOR17 und der Best Practice Award: Jede Menge interessanter Stoff

Letzte Woche fand vom 15.-17.3.2017 zum 19. Mal die Konferenz German Online Research (GOR 2017) statt, dieses Mal in Berlin. Das Programm war wie immer vielfältig, denn hier geht es um viele unterschiedliche Beitragende und Themen, aus vielen Ländern, aus Instituten und Universitäten. Die Atmosphäre ist locker, entspannt, offen und neugierig wie auf wenigen anderen Konferenzen.

Gleichzeitig ist der Anspruch hoch. Das konnte ich unter anderem als Mitglied der Jury beim Best Practice Award feststellen. Q Agentur für Forschung war dieses Jahr zum ersten Mal der Sponsor des Best Practice Award. Angetreten waren 6 Bewerber, alle mit guten Beiträgen und interessanten Projekten. Das sah wohl auch das Publikum so, denn alle Vorträge erhielten Publikumsbewertungen zwischen gut und sehr gut. Die Jury mit Anke Müller-Peters von Marktforschung.de, Sabine Menzel von L’Oréal, Alan O’Malley von SurveyMonkey und mir hatte wahrlich keine leichte Wahl.

Den Reigen der Präsentationen eröffneten InSites Consulting und die IESEG School of Management mit einem auf Text Mining basierenden Ansatz und Modell, mit dem sie Teilnehmer von Market Research Online Communities ermitteln, die wenig beitragen. Eine gute Idee, denn sie zu identifizieren ist die Voraussetzung, um sie mit konkreten Maßnahmen gezielt zu mehr Engagement zu motivieren.

FactWorks und Facebook zeigten eine Monitoring-Studie für OECD und Weltbank, für die sie die Stichproben aus der großen Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen (SME) ziehen, die auf Facebook aktiv sind. Sie zeigten damit u.a., dass die aktiven SME-Nutzer in Facebook als Grundgesamtheit verstanden werden können, aus der man Stichproben für ein kontinuierliches Monitoring ziehen kann.

Julia Sauermann zeigte, wie Porsche Antworten auf wichtige Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Smartphones und Mobilität bei Millennials fand. Grundlage war eine Studie, die die Nutzung einer App mit einer Befragung verband. Die Antworten schaffen Grundlagen, um Connectivity-Services für die Autos der Zukunft zu entwickeln.

Eye Square and die Aktion Mensch ließen uns an einem Online-Werbetest teilhaben. Sie zeigten eindrücklich, wie man Werbetestst in Zeiten von Online-Werbung und Online-Forschung gestalten muss. Ein sehr relevantes Thema angesichts der Bedeutung und der Milliarden, die heute in Online-Werbung fließen.

Malte Friedrich-Freksa von Gapfish und Sandra Vitt von RTL Germany stellten eine Studie vor, in der sie eine Software zur Passivmessung der Internet-Nutzung mit einer Online-Befragung kombiniert hatten. Sie machten damit einmal mehr deutlich, welchen Beitrag die Online-Forschung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten für die Forschung generell bietet.

Die Aufgabe der Jury wurde durch dieses Angebot an interessanten Studien nicht gerade einfach. Sie entschied sich schließlich für den Beitrag von Beat Fischer (Link Schweiz) und Christof Hotz (APG/SGA), beide aus der Schweiz. Sie zeigten, wie sie für eine Werbewirkungsstudie Großflächen im Raum Bern mit Beacons (kleinen Sendern) ausstatteten, die konstant Signale auf kurze Entfernung sendeten. Ihre über 500 Befragten wurden mit Apps ausgerüstet, die diese Signale und damit den Kontakt registrierten, sobald sie die Großfläche passierten. Zusätzlich wurden die Studienteilnehmer befragt, um Wahrnehmung und KPIs der Kampagnen zu erheben. So gelang es, Reichweite und Wirkung in einem Studiendesign abzubilden. Der Beitrag überzeugte zusätzlich, weil gut erkennbar war, dass und wie man diesen Ansatz auch für andere Forschungsfragen nutzen kann.

Vielen Dank an das Orga-Team der DGOF für die inspirierende Konferenz!

Autor: Thomas Perry

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