Gönn dir! Willkommen in der Lebenswelt der Generationen Z und Y

Wie ist es denn um Ihre Beziehung bestellt? Schon „Monthiversary“ gefeiert? Oder zum „Netflix und Chill“ verabredet?  Oder finden Sie Beziehungen lame?

Falls ja, sind Sie vielleicht gar nicht so weit weg von den heute 18- 30 Jährigen. Wir bei Q Agentur für Forschung begleiten junge Zielgruppen, wie die Generationen Z und Y seit mehreren Jahren forscherisch: In Diskussionsrunden, in Kreativworkshops, in In-Home Interviews bei den jungen Leuten Zuhause oder in Safari-Sessions beim Weggehen in Bars und Clubs. Jedes Treffen und jedes Gespräch lassen uns weiter in die Lebenswelt dieser  Generationen eintauchen. Dieses Wissen geben wir an unsere Kunden aus der Produktenwicklung und aus dem Marketing weiter, damit diese bessere Produkte oder Kampagnen für die Generation Z und Y entwickeln können.

Aus diesen vielen Gesprächen und Eindrücken haben wir ein Urban Dictionary für Sie zusammengestellt. Jetzt sind Sie bestimmt neugierig geworden, was sich hinter dem Monthiversary verbirgt. Q wünscht übelst viel Spaß mit dem Urban Dictionary!

urban dict

Autorin: Katharina von Janczewski

Advertisements

#Research&ResultsRocks – Q | gratuliert zum Jubiläum

R&R hashtag-cloudSeit 2009 sind wir als Aussteller auf der Research & Results dabei. In dieser Zeit haben wir ganz unterschiedliche Eindrücke gesammelt und Erlebnisse auf der Messe gehabt. Das 10jährige Messejubiläum ist ein Grund dem Research & Results Team Danke zu sagen!

Das Q Messeteam macht das mit einem kleinen Hashtag. Um es jedoch auf einen Nenner zu bringen: #Research&ResultsRocks ! Viel Spaß damit!

heldinKatharina v. Janczewski: #mafogesichter

Mafo-Messe ist dann, wenn Institute und Marken Gesichter bekommen. Wenn man auf den Menschen trifft, mit dem man sonst vielleicht nur am Telefon zusammenarbeitet, wenn man sieht mit welcher Stimmung ein Institut sich am eigenen Stand zeigt oder wer die Mafo-Abteilung einer Marke repräsentiert. Mafo-Messe ist dann, wenn die Branche zusammenrückt und sichtbar wird.

Kerstin Klär: #mafobrauchtvielfalt

Das Research & Results Team hat die Mafo-Szene nachhaltig verändert. Die Messe ist eine echte Erfolgsgeschichte, die Zahlen sprechen für sich. Mir gefällt vor allem die Vielfalt auf der Messe, denn unsere Branche lebt von dieser Vielfalt.
Oliver Tabino: #mafosuperheldencaptain insight

Die R&R ist eine Bühne. Eine Bühne, die wir als Marktforscher und Berater dringend brauchen. Die Bühne wirkt nach außen und die Branche wird sichtbarer – für Marktforscher selbst, aber auch für Akteure aus anderen Branchen oder unseren Nachwuchs. Außerdem wirkt die Bühne positiv nach Innen und die Branche feiert sich selbst. Auch das brauchen wir.

Yannick Rieder: #maforummelplatz

Wann hat man mal die Chance die gesamte deutsche Mafo-Landschaft auf einem Platz versammelt zu sehen? Was im Privaten für mich die Kirmes in meiner Heimatstadt ist, ist im Job für mich die Research&Results: Alte Kontakte auffrischen, neue Leute kennenlernen, jedes Jahr ein bis zwei neue Attraktionen, viel Altbekanntes, ein bisschen Thrill und das Bierchen danach. Freu mich drauf!

Thomas Perry: #mafojahrmarktdereitelkeiten

Denn einmal im Jahr kommen viele aus dieser kleinen Branche, lassen die strenge empirische Attitüde des Forschers mal links liegen, brezeln sich mächtig und marktschreierisch auf, präsentieren sich als Superhelden oder beobachten die Schausteller mal skeptisch, mal interessiert, mal begeistert. Das alles changiert zwischen originell, herausfordernd, belebend und furztrocken. Und entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Das hätte es schon viel früher geben sollen. Grund genug, immer wiederzukommen.

insightsAutor: Yannick Rieder

Wer unsere Superhelden auf der Reserach & Results in München treffen möchte: Stand 211 ist unser Q | Base Camp! The incredible Insight Man Thomas Perry hält auch einen Vortrag: It’s all about Insights – Social Media Research in der Tool Box der Marktforschung (Mittwoch, 28.10.2015, 11-45-12-30 Uhr, Raum 4).

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Und das ist gut so.

So eine Messe bedeutet immer: Streß!

Streß, weil man an unendlich viele Sachen denken muss, um nichts zu vergessen. Denn das wäre irgendwie peinlich oder blöd. Messestand ist aufgebaut: Uuups die Messegeschenke vergessen. Dumm gelaufen. Ist natürlich noch nie passiert, aber dennoch schwirrt mir zumindest so etwas im Kopf herum.

Streß, weil man den Kolleginnen und Kollegen schließlich auch etwas bieten möchte. Kreativ-Streß sozusagen.

Streß für die Füße und Beine ist auch dabei, denn man steht am Messestand. Und steht. Ach so, man steht auch noch und manchmal geht man noch andere Kollegen besuchen. Aus Freundschaft, aus Interesse oder einfach, weil man mal ein Auge auf die Konkurrenz werfen will.

Streß, weil gegen Ende des Jahres immer eine Menge los ist und wir jede Stunde brauchen könnten, um Angebote zu schreiben, Projekte abzuarbeiten, die Endjahresplanung voranzutreiben, etc.

Im letzten Jahr hatte ich persönlich noch zusätzlich Streß, da einige Kollegen unsere zukünftigen Kollegen irgendwie seltsam behandelt haben. Dazu hat unser Ex-Praktikant und Mafo-Student Jens Boscheinen einen ziemlich guten Artikel geschrieben.

Tja, jetzt könnte man die Frage stellen, wenn das Alles so ein Streß ist, warum tut man sich denn das an?

Ganz einfach, weil es riesigen Spaß macht! Das Research & Results Team bietet uns, also allen Marktforschern eine nahezu perfekte Bühne, um sich zu präsentieren – als Institut oder Agentur, wie in unserem Fall – aber auch der ganzen Branche mit ihrer Vielfalt, mit ihrer Experimentierfreude, mit ihrem Engagement und mit den zumindest immer wieder auftauchenden neuen und guten Ideen in dem einen oder anderen inspirierenden Workshop.

Mir macht es übrigens auch Spaß, wenn Studenten an unseren Stand kommen. Ein Ignorieren wie es Jens beschreibt gibt es bei uns nicht, denn schließlich können wir doch froh sein, wenn sich Studenten und somit potentielle Kollegen für unsere Stände interessieren.

Wir brauchen so eine Bühne und andere Bühnen, um uns einer großen Öffentlichkeit zu zeigen. Wie Hans Reitmeier in einem Interview vor ein paar Tagen so trefflich bemerkte: „Die Branche hat jeden Anlass zu Selbstbewusstsein“ und warum sollten wir das nicht mit breiter Brust auf einer Messe zu Schau stellen?!

Sicherlich ist diese Messe keine Ordermesse. Es kommt nicht der Chefeinkäufer XY vorbei und trägt in das Orderbuch ein: 7.000 Stück Mafo. Zumindest bei uns nicht. Aber bei 148 Ausstellern und erwarteten 3.000 Zuschauern hat man einen großen Querschnitt des gesamten Ecosystems Marktforschung. Das wiederum bedeutet für mich: Eine Vielzahl an Gesprächsmöglichkeiten, neue Kontakte zu potentiellen Kunden, potentiellen Dienstleistern, potentiellen neuen Kollegen, interessanten Menschen oder einfach nur netten Mafo-Kollegen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Sicherlich gibt es Themen, Workshops und Stände bei denen ich den Kopf schüttle und denke, „was soll das jetzt?“, aber so geht es anderen Besuchern mit uns und unserem Stand vielleicht auch.

Ich habe nun einige Messen hinter mir und es fällt auf, dass die Messe sich stetig weiterentwickelt. Ich finde, man kann durchaus eine Professionalisierung der Branche erkennen. Klar, die Stände sind nicht so groß, die Show ist nicht so bombastisch wie auf der dmexco, aber das muss auch nicht sein.

Deswegen steigt zwar der Streßpegel, aber in gleichem Maße die Vorfreude auf Mittwoch und Donnerstag. Die Autos sind geladen, das Hotel ist gebucht, die Checkliste wird nochmal durchgesehen und dann geht’s mit voller Energie und Mafo-Leidenschaft auf „unsere“ Messe.

Apropos Leidenschaft: Dieses Jahr gibt es noch etwas zu entdecken: Mafolution. Einfach mal anschauen und mitmachen. Denn wir sind diejenigen, die unsere Branche voranbringen können. Jeder einzelne von uns.

Autor: Oliver Tabino

Mut-Forscher gesucht!

Meiner Erfahrung nach ist Markt- und Sozialforschung vor allem Eines: „people business“. Keine Frage, Methoden sind wichtig, Innovationen unverzichtbar und natürlich ist so etwas wie Skalierbarkeit von Produkten oder Methoden hochattraktiv für den Unternehmenserfolg. Aber was zählt, was wirklich zählt, sind Menschen.

Ich werde häufig gefragt „Was unterscheidet sie bei Q | denn von ihren Konkurrenten?“ Eine berechtigte Frage, auf die ich eine ebenso kurze wie einfache Antwort parat habe: WIR! Logisch, oder? Forschungsinstitute gibt es viele, auch gute qualitative Institute und auch innovative Social-Media-Institute. Sogar unser Leistungsangebot findet sich sicher bei dem einen oder anderen Konkurrenten. Was uns aber einzigartig macht, sind die Menschen bei Q |. Leistungsangebote sind austauschbar, Persönlichkeiten nicht!

Doch was zeichnet Persönlichkeiten aus? Fleiß, Schnelligkeit, Sorgfalt – Intelligenz? Ja, auch.

Es reicht aber sicherlich nicht aus, wenn Dienstleister oder Mitarbeiter noch flinker und noch gründlicher die Anweisungen ihrer Auftraggeber oder Chefs umsetzen. Um im heutigen Kreativitätswettbewerb bestehen zu können brauchen Unternehmen Menschen,

die sich engagieren und Projekte vorantreiben,

die kreativ sind und immer bereit auf alte Fragen neue, intelligente Antworten zu finden und

die nicht nur ihre Hände und ihr Hirn mit zur Arbeit bringen sondern auch IHR Herz.

Persönlichkeiten sind leidenschaftliche Menschen, die sich anzünden lassen von einer Idee, die dafür brennen und ihr Herzblut geben. Deshalb findet sich unser Motto „I love Mafo“ auch auf Postkarten, Buttons und Tassen.

Vor einigen Wochen habe ich im Rahmen der VIA Impulse-Reihe an der Hochschule Pforzheim einen Vortrag vor Erstsemestern gehalten. Der Titel lautete „Die Marke: Ich – Eine Anleitung zum Besonders Sein“. Ich wollte die Studierenden mit meinem Impulsvortrag dazu ermuntern, alles zu sein außer gewöhnlich. Warum?

…Weil nichts langweiliger ist als Gleichmacherei. Wenn 2 Menschen immer derselben Meinung sind, ist einer davon überflüssig.

…Weil es das Leben bunter und aufregender macht.

…Weil diese Gesellschaft kritische Köpfe braucht, die sich reinhängen und Dinge vorantreiben wollen.

….Weil konstruktiver Widerspruch bereichernd ist und uns immer besser macht.

….Weil Unternehmen – zumindest wenn sie die Zeichen erkannt haben – keine Ja-Sager brauchen sondern smarte Denker und Persönlichkeiten.

Zugegeben: ganz uneigennützig war meine „Mut-Rede“ nicht. Als Dozentin für „Qualitative und psychologische Marktforschung“ an der Hochschule Pforzheim und Unternehmerin habe ich aus verschiedenen Gründen ein großes Interesse am Nachwuchs.
Bei so mancher Bewerbung, die bei uns eintrudelt, kann man nur den Kopf schütteln: lieblos, langweilig, nichtssagend. Egal ob Praktikanten oder feste Mitarbeiter, Bewerber müssen sich verkaufen. Sie müssen auffallen, hängen bleiben, vor allem wenn es Wettbewerber gibt. Wir wollen spüren, dass da jemand unbedingt mit und bei uns arbeiten will. Wird klar, was ich meine?

Nun, ich habe hier ein spektakuläres Beispiel gefunden: Florian Holstein. Er ist User Experience Designer. Und, wie man anhand der Slideshare Präsentation unschwer erkennen kann, er wollte einen Job, einen ganz bestimmten Job. Und: Er wollte diesen einen Job unbedingt. Er wollte seinen Traumjob bei Adidas. Und das wiederum kann man sehen, fühlen und erleben. In jedem Satz, in jedem Bild und auf jedem Slide:

http://www.slideshare.net/unttld/florian-is-all-in-sr-ux-manager-interview-presentation-20120130

Natürlich ist das ein sehr besonderes Beispiel. Florian Holstein hat sich sehr viel Mühe gemacht und einen riesigen Aufwand betrieben. Er hat seine ganz persönliche Visitenkarte abgegeben, etwas Unverwechselbares hinterlassen. Und, er ist natürlich ein gewisses Risiko eingegangen, denn bei Puma oder Nike hätte er sich danach wohl nicht mehr bewerben können. Letztendlich zählt aber doch das Ergebnis und die Frage: Hat es sich für ihn gelohnt? Sieht ganz danach aus:

http://blog.adidas-group.com/2012/05/how-to-land-a-dream-job-in-the-digital-era/

Als Designer war es für Florian Holstein vermutlich leichter eine eigene Website zu gestalten. Ja –aber darum geht es mir nicht. Es geht mir um Florians Einstellung, um seine Haltung. Diese Haltung wünsche ich mir auch bei (Nachwuchs)Forschern. Das ist beim ersten Job genauso wichtig wie später bei einer Präsentation vor Auftraggebern.

Kluges Selbstmarketing tut unserer Branche gut. Wir wollen uns Gehör verschaffen und das geht nicht nur über Methodenkompetenz, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit.

Ich kann deshalb Prof. Christa Wehner nur zustimmen, die bereits 2008 in einem Interview bei Marktforschung.de gesagt hat: „Exzellente Marktforscher sind Menschen, bei denen sich herausragende Fachkompetenz mit charismatischer Persönlichkeit verbindet – ob mit oder ohne Promotion.“

Die Management-Autoren Anja Förster und Peter Kreuz fordern in ihrem Bestseller Nur Tote bleiben liegen: Entfesseln Sie das lebendige Potenzial in Ihrem Unternehmen: ‘Fördere Rebellen und Querdenker! Lege den Mainstream trocken.‘ Ich sage: Gern! Her mit den leidenschaftlichen Rebellen und kritischen Querdenkern. Die Zukunft des Unternehmenserfolges wird laut Förster und Kreuz vor allem im Bereich HR entschieden: Gelingt es Unternehmen Talente an sich zu binden und diese zu kreativen Höchstleistungen zu motivieren fernab klassischer Management- und Führungsinstru-mente? Sind Unternehmen und Organisationen bereit für eine Generation, die mit den sozialen Medien aufgewachsen und für die Open Data oder Sharing eine Haltung und kein PR-Gag ist? Wir bei Q | nehmen diese Herausforderung gern an. Testen Sie uns, liebe Mut-Forscher und Nachwuchstalente. Wir freuen uns auf Sie!

Autorin: Kerstin Klär

Marktforschung ist das, was man draus macht

Nach mäßigem Mathe-Abitur war mir klar: „Ich studiere nie irgendwas mit Zahlen, schon gar nicht Mathe oder BWL. Ich werde professioneller Sänger und studiere Popmusikdesign in Mannheim.“ Ein Jahr später schrieb ich mich in Pforzheim im Studiengang BWL Markt- und Kommunikationsforschung ein. Was mich erwartete? Das wusste ich selber nicht.

Mein Name ist Jens, ich bin 23 Jahre alt, Student, Praktikant und auf dem Weg Marktforscher zu werden. Mein Traum von der Musik? Geplatzt bevor er begonnen hat. Meine Vorstellung von BWL? Anzugträger, Manager, große Büros, Geschäftsreisen, viel Arbeit und einen Chef, den man nie sieht. Meine Erwartungen an die Marktforschung? Eigentlich keine. Na dann, auf zu neuen Ufern…

In meiner ersten Vorlesung wurde ich von meiner Dekanin gefragt, warum ich mich für Marktforschung entschieden habe. Meine Antwort: „Weil ich eh in Pforzheim wohne und mein anderer Berufswunsch geplatzt ist.“ – Schweigen. Ich war wohl der einzige Jungmarktforscher, der nicht aus voller Überzeugung im Hörsaal saß, oder zumindest der einzige, der dies offen zugab. Wenn man mich heute fragt, gebe ich immer noch die gleiche Antwort, allerdings mit einem Lächeln  auf den Lippen und der Ergänzung: „aber ich bereue es kein Stück. “ Und wenn mich jemand fragt, warum er Marktforscher werden soll, dann kann ich ihm eigentlich nur sagen, dass er das selber herausfinden muss. Ich denke nicht, dass man als Marktforscher geboren wird, dass jemand genau weiß, was sich hinter dem Studiengang verbirgt und schon gar nicht, was einen in der Berufswelt als Marktforscher erwartet. Aber, wer es nie probiert hat, nie versucht hat, es herauszufinden, der kann auch nicht beurteilen, was dort geschieht und wie vielfältig Marktforschung sein kann. Marktforschung ist das, was man draus macht, sage ich immer. Marktforschung ist mehr als Zahlen wälzen, mehr als Regressionsanalysen erstellen und dicke PDF Tabellen durchsuchen, mehr als nur reine Theorie. Und Marktforschung dreht sich vor allem um eins – den Mensch, mit all seinen Eigenschaften, Fähigkeiten und Facetten.

Seit September 2011 bin ich bei Q | Agentur für Forschung, um im Rahmen des Praxissemesters mein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Also bin ich doch noch in Mannheim gelandet, nur eben nicht bei der Musik. Dafür wurde aus dem Pflichtpraktikum ganz schnell ein Wunschpraktikum und die Wehmut des Abschieds, der Ende Februar naht, ist schon allgegenwärtig. Die Theorie ist zur Praxis geworden, aber rückblickend kommt es mir eher so vor als habe ich in den bisherigen vier Monaten mehr gelernt als in meinen ganzen ersten vier Semestern. So viel erlebe ich Tag für Tag. Die Marktforschung als trockener Zahlenwahn? Alles andere als das. Jeder Tag überrascht, bringt Neuigkeiten, und die Menschen stehen wie gesagt immer im Mittelpunkt. Die Theorie sieht Menschen als Zielgruppen, doch der Mensch ist nicht nur Zielgruppe, nicht nur Forschungsgegenstand sondern Subjekt, mit all seinen Macken, seinen Meinungen und mit all dem, was einen Menschen eben ausmacht. Und die Marktforschung ist nicht trocken, nicht langweilig und kein reiner Bürojob sondern voller Leben, voller Meinungen, voller Spaß und voller Ideen. Wenn mich die Marktforschung verändert hat, dann mit Sicherheit nur im Positiven und wenn ich etwas für mich aus meinen bisherigen Erfahrungen mit der Marktforschung gewonnen habe, ist es vor allem eins: Offenheit – offen sein für alles und für jeden. Egal, ob offen gegenüber einer Methode oder Herangehensweise oder offen gegenüber einem Interviewpartner, der vielleicht ganz anders ist als ich selbst.

Doch nicht alle Marktforscher scheinen diese Meinung zu teilen. Auf der „Research & Results Messe“ im Oktober 2011 in München traf ich leider auf viele große und kleine Marktforschungsinstitute und –Unternehmen, die wohl eine andere Meinung dazu haben bzw. hatten. Ich war neugierig, wollte mich informieren, hatte Lust die Branche, die Unternehmen und zukünftige Kollegen kennen zu lernen. Alle Kommilitonen, die mitkamen wollten das. Schließlich geht es um das, was man studiert, was einen interessiert, wo man sich einbringen will. Vielleicht nicht morgen, aber in einem, zwei oder drei Jahren. Leider stieß unsere Offenheit allzu oft auf Verschlossenheit, Arroganz, Desinteresse und teilweise Respektlosigkeit. Anstatt sich über das Interesse junger Marktforscher – also künftiger Kollegen oder Auftraggeber (!) – zu freuen, wurden wir von einigen belächelt, ignoriert oder sogar unverschämt behandelt. Unser Mehrwert ist hier wohl nichts mehr wert. Der Mensch im Mittelpunkt? Marktforschung und Offenheit? Kommunikation für ein besseres Miteinander? Wohl nicht überall. Sieht so also die bittere Realität der Marktforschungswelt aus? Ist das mein neues Zuhause?

Marktforschung ist das, was man draus macht. Irgendwie ist es genau das, was mich trotz anfänglicher Zweifel und dieser Erfahrung überzeugt hat, in der Marktforschung Fuß zu fassen. Wenn mich jemand fragt, wo ich mich in 20 Jahren sehe, dann antworte ich immer das Gleiche: Ich weiß es nicht. Ich bin offen für das was kommt. Mit Sicherheit erst mal die Marktforschung und dann wird sich zeigen, wo es mich überall hintreibt. Vielleicht arbeite ich mein ganzes Leben in der Marktforschung, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon? Mache ich mir über meine berufliche Zukunft Sorgen? Nein, warum auch? Ich bin Realist, ich weiß was ich kann, ich weiß was ich will und ich weiß wie der Arbeitsmarkt aussieht. Ich weiß, dass mir viele großspurige Unternehmen egal sein können, dass ich dankbar für alles bin, was ich lernen darf und dass ich niemandem hinterher rennen muss, der mich belächelt. Ich brauche keine Unmengen an Geld, bin lieber Minimalist als Verschwender und Spaß und Freizeit dürfen nicht zu kurz kommen. Ich weiß, dass es immer weiter geht, trotz Hürden und verschlossenen Türen. Ich glaube immer an das Gute im Menschen, denn es gibt auch immer die Guten, die einem zuhören und Interesse an dem haben, was man sagt, denkt und macht. Die Marktforschung ist für mich eine eigene kleine Welt. Viele in der Community kennen sich, es gibt Marktforscher die man mag, welche die man weniger mag, Marktforscher die geldgierig sind und Marktforscher denen andere Dinge im Leben viel wichtiger sind als Geld. Es gibt Karrieremenschen und es gibt Weltenbummler. Es gibt schwarze Schafe und es gibt Gutmenschen. Es gibt Zahlenjongleure und qualitative Genies und irgendwo in der Mitte steh‘ ich. Jens, 23 Jahre alt, Student, Praktikant, und auf dem Weg Marktforscher zu werden. Ich bin gespannt, was mich noch alles erwarten wird.

Blogpost 1: Die guten Vorsätze verwirklichen – From New Year’s pledge to action

Ende 2011 gab es bei Einigen der social-media affinen Marktforscher einen regen Austausch über die Diskursfreudigkeit der Branche. Einige Marktforschungs-Twitterer einigten sich beispielsweise auf einen gemeinsamen Twitter-Hashtag (#gmrx), um wenigstens hier gemeinsame Präsenz zu zeigen. Daraus entwickelte sich eine Diskussion über gemeinsame Aktivitäten und gegenseitiges Publizieren bzw. Posten. Die beiden Initiatoren von „Foyer für engagierte Marktforschung“ Bettina Wagner und Christian Dössel wiesen (zum Glück) vehement darauf hin, dass sie das „Foyer“ gerade dafür ins Leben gerufen hatten: Austausch, Diskurs, Ideen und Kommenare rund um die Marktforschung.

Außerdem wurde wir eingeladen auf dem „Foyer“ als Gastautoren Posts zu schreiben und diese zu veröffentlichen. Vollmundig versprach ich, dies zu tun. Bisher ist es noch nicht geschehen, aber zumindest hat es etwas bei mir bewirkt und somit ist ein neues Blog entstanden. Diese vorweihnachtliche Diskussion, aber auch die Aktivitäten von Olympimilano, dem regen und unterhaltsamen Austausch mit Alper Aslan und die Beiträge von Florian Tress auf der Forschungsfront und dem ODC-Blog waren extrem motivierend.Sie zeigen für mich, dass es offensichtlich möglich ist, über das Konkurrenzverhältnis unterschiedlicher Firmen und somit Wettbewerber hinaus, sich innerhalb der Branche auszutauschen, zu diskutieren, Ideen zu entwickeln und nicht nur zu nörgeln, sondern selbst aktiv zu werden.

Natürlich reift die Idee ein Blog über Marktforschung, Marketingforschung, Sozialforschung und Social Media Forschung zu machen schon länger. Die Erstellung des sogenannten Mafo-Webs mit den Studenten der FH Pforzheim und in Kooperation mit marktforschung.de, was für einige, aber meines Erachtens nicht überwältigende Resonanz sorgte, war definitiv ein weitere Mosaikstein, der letztendlich zum Q | Blog führte. Ein weiteres Experiment, wir sind gespannt, was daraus wird.

Bevor ich es vergesse, es gab noch einen „Motivator“: Das Marktforschungs-Magazin „research“ hatte Ende 2011 zu einem #MRX Twitter Award aufgerufen und deutschsprachige Twitterer waren nicht einmal auf der Liste der Nominierten. Das sollten wir 2012 ändern!

Autor: Oliver Tabino

—————————————————————————————————————————————————–

At the end of 2011 several Social Media affine market researchers compared notes with each other on the sector’s propensity to debate. Some tweeters agreed on a common hashtag (#gmrx), for example, to demonstrate conjoint presence at least at this point. From this, a discussion evolved dealing with joint activities and mutual publishing and posting, respectively. The two initiators of „Foyer für engagierte Marktforschung“ Bettina Wagner and Christian Dössel vehemently pointed out (thank God they did!) that they had launched the „Foyer“ exactly for these reasons: exchange, discourse, ideas and comments around market research.

In addition, we were invited to write and post as guest authors, and a bit of a mouthful I promised to do so.  Well, I confess I haven’t up to now – but all the same it affected me and a new blog came into existence.  This digital pre-christmas discussion, as well as the activities of Olympimilano, the lively and entertaining exchange with Alper Aslan, and the postings by Florian Tress on Forschungsfront and ODC-Blog have been extremely motivating. All these things show me that it evidently is possible to exchange views and opinions in our line of business in spite of the fact that the companies are in competition to one another, that it is possible to discuss and develop ideas, to refrain from nagging and to actively take action instead.

Of course, the idea to set off a blog about market research, marketing research, social research and Social Media research didn’t appear from nowhere. Our so-called Mafo-Web, which we had compiled with the students of the University of Applied Science Pforzheim and in cooperation with marktforschung.de and which caused a considerable, though not overwhelming stir, definitely represented a further piece of the puzzle eventually leading to the Q | Blog. It’s an experiment, though – and we are very curious about how it will develop.

And before I forget: there was yet another „motivator“.  The market research magazine „research“ appealed for a #MRX Twitter Award at the end of 2011 – and not even one German speaking tweeter made it on the shortlist. That we should change in 2012!

Author: Oliver Tabino